6. Gesundheit Für ein neues leistungsstarkes und patientenorientiertes Gesundheitssystem AfD Landtagswahl Programm für Schleswig Holstein

Für ein neues leistungsstarkes und patientenorientiertes Gesundheitssystem

Durch immer neue Reformen und Flickschusterei ist unser ehemals führendes Gesundheitssystem inzwischen auf Platz 7 im europäischen Vergleich gesunken.

Es besteht zunehmend aus einem Konglomerat unterschiedlicher Interessen von Lobbyisten und Zugriffsmöglichkeiten des Staates, das seiner eigentlichen Aufgabe, dem Bürger in seiner Gesunderhaltung zu dienen, immer weniger gerecht wird. Dazu kommen strukturelle Besonderheiten, insbesondere die demographische Veränderung unserer Bevölkerung, so dass Sinn und Zweck der unterschiedlichen Versicherungs-leistungen, Zuzahlungen, Kontrollbehörden und medizinischen Dienste bei ständig steigenden Kosten und Leistungsausschlüssen dem Bürger immer weniger verständlich sind.

Die AfD setzt sich ein für einen langfristigen Umbau des Gesundheitssystems hin zur Betonung der Eigenverantwortung und vermehrten Wahlfreiheit der Versicherten.

Ähnlich dem Schweizer Gesundheitssystem könnte der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen auf einen Grundleistungskatalog zur Abdeckung hoher Risiken reduziert werden, während geringe Risiken oder Zusatzleistungen im Bereich der Kosmetik oder des Komforts in die Eigenverantwortung übertragen werden.
Dafür ist Voraussetzung, dass der Staat im Gegenzug die Abgabenlast aus Steuern und Sozialversicherungen für den Bürger deutlich senkt und Brutto- und Netto-einkommen wieder enger beieinander liegen. Dann kann finanzieller Spielraum entstehen, so dass sich der Anreiz für den Bürger erhöht, Eigenverantwortung zu übernehmen. Der Sinn dieser Maßnahmen ist nicht Kostenersparnis, sondern die gerechtere Umverteilung und höhere Leistungsfähigkeit bei gleichen Kosten. Insgesamt geht es darum, Auswüchse einer staatlichen Überregulierung und Bevormundung von Einrichtungen und Dienstleistern des Gesundheitswesen mit geeigneten Schritten auf ein gesundes Maß zurückzuführen, wobei die solidarische Absicherung der Grundversorgung gewährleistet bleiben muss.

Das bisher bestehende duale Gesundheitssystem aus GKV und PKV soll optimiert, aber nicht aufgegeben werden. Die AfD ist offen für neue Versorgungsreformen und setzt sich weiterhin für eine hausarztzentrierte Versorgung ein. Ebenso wird die Ausbildung von Medizinstudenten in der Förderung der allgemeinärztlichen Weiterbildung unterstützt, eine gezielte und sinnvolle Facharztausbildung aber nicht aus den Augen verloren. Insbesondere soll die Umsetzung der ambulanten spezial-ärztlichen Versorgung erleichtert werden.

Digitale Infrastruktur und Telemedizin stärken

Die AfD unterstützt eine digitale Infrastruktur und den Ausbau der Telemedizin.

Dem Vorhaben der Regierungskoalition, der Telemedizin auch bei der Versorgung im ländlichen Raum eine zentrale Rolle zuzuweisen, steht die AfD jedoch skeptisch gegenüber. Gerade auf dem Land suchen Patienten einen persönlichen Ansprechpartner und insbesondere im Notfall.
Daher wird sich die AfD dafür einsetzen, dass dort ärztliche und nicht ärztliche Strukturen geschaffen werden, die eine Notfallversorgung in diesem Bereich sicherstellen.

Ärztliche Versorgung im ländlichen Raum sicherstellen

Die AfD Schleswig-Holstein setzt sich dafür ein, dass durch finanzielle, ideelle und organisatorische Anreize Ärzte gewonnen werden, die im ländlichen Raum praktizieren wollen.

Im ländlichen Raum zeichnet sich ein zunehmender Ärztemangel in der ambulanten, aber auch in der stationären Versorgung ab. Zunehmende Bürokratisierung, Unter-finanzierung und fehlende Attraktivität sind die Gründe, dass immer weniger nieder-gelassene Ärzte auf dem Lande arbeiten möchten. Viele fertig ausgebildete Mediziner wandern aus Schleswig-Holstein ab.

Das Fallpauschalen-Systems (DRG) bei der stationären Versorgung im Krankenhaus beenden

Die AfD stellt sich entschieden gegen das derzeitige Abrechnungssystem über genormte Fallpauschalen im Krankenhaus (DRG-System).

Dieses System hat seit seiner Einführung dafür gesorgt, dass der Bürger einem kontinuierlichen Wandel vom Patienten zum Wirtschaftsobjekt unterliegt und zusätzlich - anstatt zu einer Kostenersparnis - zu erheblichem Personalnotstand - insbesondere im Pflegebereich - und einem katastrophalen Investitionsstau von mehreren 100 Millionen Euro bei Gebäudesanierung und Infrastruktur der öffentlichen Kliniken geführt hat. Unter dem Strich hat das DRG-System zu keinerlei Verbesserung geführt - weder in der Gesundheitsversorgung der Bürger noch in der strukturellen Versorgung, insbesondere im ländlichen Raum.

Die AfD wird in Absprache mit den Krankenhausträgern über eine Wiedereinführung der direkten Abrechnung nach Lösungen suchen: Etwa durch Zusammenschlüsse und Rationalisierungen bis hin zu Spezialisierungen.
Die AfD setzt sich dabei auch in diesem Bereich dafür ein, dass unser Gesund-heitssystem in kleinen Schritten ent-staatlicht, ent-plant und demokratisch liberal gehandhabt wird.